Ein Por­trät über Medi­en­ma­nage­ment-Absol­ven­tin Mai­ke Brunklaus

Ein Por­trät über Medi­en­ma­nage­ment-Absol­ven­tin Mai­ke Brunklaus

Mai­ke Brun­k­laus ist 23 Jah­re alt und hat im Mai 2015 ihren Bache­lor­ab­schluss an der Fach­hoch­schu­le Ost­fa­lia absol­viert. Zur­zeit lebt sie in Lon­don und arbei­tet bei OMD, der zweit­größ­ten Medi­en­agen­tur welt­weit. Als Inter­na­tio­nal Account Plan­ner für Kino­ver­öf­fent­li­chun­gen ver­han­delt Mai­ke zwi­schen ver­schie­de­nen Märk­ten in Euro­pa und im Mitt­le­ren Osten.
Doch wie kam sie an eine so gro­ße Medi­en­agen­tur in der Haupt­stadt Eng­lands? Im Inter­view hat die 23-jäh­ri­ge uns von ihrem Weg dahin erzählt.
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Mai­ke hat schon früh durch Prak­ti­ka vie­le Pra­xis­er­fah­run­gen gesam­melt. Bereits nach ihrem Abitur absol­vier­te sie ein drei­mo­na­ti­ges Prak­ti­kum in Lon­don. Ihre Mut­ter ist zwar Eng­län­de­rin, aber sie ist nicht mit der eng­li­schen Spra­che auf­ge­wach­sen, son­dern besitzt ihre Sprach­kennt­nis­se nur aus der Schu­le und von ein paar Auf­ent­hal­ten in Lon­don. Im Lau­fe der Zeit hat Mai­ke ihr Herz für die eng­li­sche Haupt­stadt ent­deckt. „Ich mag, dass Lon­don sehr fort­schrei­tend, schnell den­kend und for­dernd ist“, so die 23-jäh­ri­ge, „und dann habe ich mir gesagt ‚No mat­ter what‘ ich mache mein Prak­ti­kum in London.“
Aber für die­sen Prak­ti­kums­platz muss­te Mai­ke auch sehr kämp­fen. Sie bewarb sich bei unge­fähr 140 Agen­tu­ren in Lon­don und rief sich dann kon­ti­nu­ier­lich durch E‑Mails und Tele­fon­an­ru­fe zurück in das Bewusst­sein der Unter­neh­men. „Ich war auch per­sön­lich in Lon­don und habe Klin­ken geputzt“, sagt sie. „Ich habe mir oft den Namen des Mar­ke­ting­lei­ters her­aus­ge­sucht und bin dann direkt zu dem Unter­neh­men in Lon­don gegan­gen, um mit die­sem zu sprechen.“

Ihre Semes­ter­fe­ri­en nutz­te Mai­ke, um Berufs­er­fah­run­gen zu sam­meln. Des­we­gen hat sie sowohl in einer loka­len Agen­tur in ihrer Hei­mat Clop­pen­burg als auch in Bie­le­feld und Frank­furt in ver­schie­de­nen Medi­en­be­rei­chen gear­bei­tet. Zum Pra­xis­se­mes­ter ver­schlug es sie dann aber wie­der nach Lon­don, wo sie sechs Mona­te bei Gru­ner + Jahr arbeitete.

Zwi­schen­durch war Mai­ke noch in Paris, um ein wei­te­res Prak­ti­kum zu absol­vie­ren. Sie arbei­te­te dort bei CLM BBDO, einer Krea­tiv­agen­tur mit Haupt­sitz in New York. Bei der Arbeit wur­de zwar auf Eng­lisch kom­mu­ni­ziert, aber in ihrer Frei­zeit fiel es Mai­ke sehr schwer, sich zu integrieren.

Anschlie­ßend kam sie wie­der nach Lon­don, schrieb dort ihre Bache­lor­ar­beit und such­te gleich­zei­tig einen Job. Die Vor­mit­ta­ge dien­ten dem Schrei­ben und die Nach­mit­ta­ge dem Bewer­ben. Ein paar sehr lan­ge Tage für die 23-jährige.
Mai­ke betont, dass nicht alles rosa rot ist, die Arbeit sei hart. Es wird kei­ne Rück­sicht dar­auf genom­men, dass man Aus­län­de­rin ist. Man muss die Spra­che beherr­schen und genau­so schnell sein, wie die bri­ti­schen Kol­le­gen. „Sony Pic­tures steht kurz vor einem Pitch und wir haben der­zeit vie­le Arbeits­stun­den in der Woche“, erklärt Mai­ke. „Man darf nicht immer nur den schö­nen Gar­ten bewun­dern, son­dern man muss auch den Spar­ten hin­ter dem Haus beachten.“
Mai­ke möch­te uns einen gut gemein­ten Tipp geben: „Macht so vie­le Prak­ti­ka wie mög­lich, weil man Berufs­er­fah­run­gen braucht, um einen Job zu fin­den. Mei­ne Erfah­rung hat gezeigt, dass kaum ein Unter­neh­men einen Stu­den­ten nimmt, der frisch von der Uni kommt und noch grün hin­ter den Ohren ist.“ Sie rät: „Je mehr Fir­men mit einem gro­ßen Namen im Lebens­lauf ste­hen, des­to bes­ser.“ Für die Suche nach Prak­ti­ka emp­fiehlt Mai­ke Xing und LinkedIn.
Bei OMD Inter­na­tio­nal hört Mai­ke jedoch auf und fängt im April als Account Mana­ge­rin bei Twit­ter an, wo sie den deut­schen Markt betreu­en wird.
Abschlie­ßend möch­te Mai­ke uns noch etwas mit auf den Weg geben: „Macht euch nicht kir­re mit den Noten. Kon­zen­triert euch auf Prak­ti­ka. Berufs­er­fah­rung ist super wichtig.“

 

Das Inter­view führ­te Kris­ti­na Gleye.
Text: Mari­na Meiertöns