Soci­al Media Trends 2017 – Gast­blog­ger Eric Spru­th

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Soci­al Media Trends 2017 – Gast­blog­ger Eric Spru­th

Chan­cen und Risi­ken für Unter­neh­men & Kon­su­men­ten

Abs­tract

Durch das Auf­kom­men soge­nann­ter Web X.0 Tech­no­lo­gi­en ist es heu­te prak­ti­sch jedem Indi­vi­du­um mög­li­ch etwas zu ver­öf­fent­li­chen bzw. zu publi­zie­ren. Aus die­ser Demo­kra­ti­sie­rung der Medi­en­pro­duk­ti­on her­aus ist eine eige­ne Aus­drucks­form (authen­ti­sche bzw. humor­vol­le Kom­mu­ni­ka­ti­on, z.B. auf Snap­chat, Ins­ta­gram, Face­book) ent­stan­den, die im Rah­men des Kun­den­be­zie­hungs­ma­nage­ments durch Unter­neh­men immer häu­fi­ger imi­tiert wird. In der Fol­ge kön­nen die­se Akteu­re gro­ße Reich­wei­ten gene­rie­ren. Der Umweg über die eige­ne PR-Abtei­lung ist nicht län­ger die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung, um in der Dis­kus­si­on der jewei­li­gen Sta­ke­hol­der statt­zu­fin­den. Die Ent­wick­lung des Web X.0 begüns­tig­te zudem die Indi­vi­dua­li­sie­rung der Gesell­schaft & Medi­en­nut­zung. Die jour­na­lis­ti­schen Fil­ter und Öffent­lich­kei­ten, die im Zeit­al­ter der Mas­sen­me­di­en die ton­an­ge­ben­de Instanz waren, wer­den zudem im Web X.0 immer wei­ter zurück­ge­drängt und ver­lie­ren an Ein­fluss. Beson­ders für Unter­neh­men ist die­se Ent­wick­lung von Vor­teil.

 

  1. Indi­vi­dua­li­sier­te und aus­dif­fe­ren­zier­te Anspra­che von Ziel­grup­pen

Die Ziel­grup­pen für Soci­al Media Ange­bo­te, wer­den ähn­li­ch wie im Zeit­schrif­ten­markt immer indi­vi­dua­li­sier­ter und aus­dif­fe­ren­zier­ter ange­spro­chen. Dies hat zur Fol­ge, dass die Com­mu­ni­tys beson­ders auf Face­book in immer klei­ne Teil­pu­bli­ka zer­fal­len. „Rei­fen­de Gesell­schaf­ten nei­gen zur Indi­vi­dua­li­sie­rung, weil immer spe­zi­fi­sche­re Bedürf­nis­se befrie­digt wer­den und immer klei­ne­re Nischen auf Trag­fä­hig­keit getes­tet wer­den. Satu­rie­rung för­dert Ver­ein­ze­lung“ (Rau, 2007, S. 84). Beson­ders loka­le Inhal­te wer­den so 2017 an Rele­vanz gewin­nen. Der Nut­zer möch­te dem­nach immer häu­fi­ger vor allem Inhal­te aus sei­ner Regi­on kon­su­mie­ren. Auch ich habe die­sen Trend erkannt und betrei­be seit 2015 das Braun­schwei­ger Lokal­ma­ga­zin (BS-Feed, 1736 Likes, durch­schnitt­li­che Reich­wei­te 4.000/Monat)1

  1. Nicht jeder Nut­zer sieht alle Infor­ma­tio­nen (Per­so­na­li­sier­te Inhal­te sind Fluch und Segen zugleich) 

Wer wel­che Infor­ma­tio­nen wann zu sehen bekommt, hängt ange­sichts der­zei­ti­ger Trends tech­ni­scher Ent­wick­lung vor allem davon ab, in wel­cher Posi­ti­on sich der Nut­zer im geo­gra­phi­schen Raum befin­det und mit wel­chen soft­ware­tech­ni­schen Para­me­tern (Algo­rith­men, Vor­ein­stel­lun­gen, …) das jewei­li­ge sozia­le Netz­werk ope­riert. (vgl. Schmidt, 2013).

Für die Betrei­ber sozia­ler Netz­wer­ke wird es somit immer schwie­ri­ger alle poten­ti­el­len Nut­zer einer Com­mu­ni­ty zu errei­chen. Ent­schei­dend für den Erfolg einer Soci­al Net­work Brand Com­mu­ni­ty sind heut­zu­ta­ge vor allem gra­ti­fi­ka­to­ri­sche Inhal­te mit Mehr­wehrt!

 

socialmediause

http://www.emarketer.com/Article/Nearly-One-Third-of-World-Will-Use-Social-Networks-Regularly-This-Year/1014157

  1. Soci­al Media-Nut­zung steigt auch in den nächs­ten Jahren

Die Soci­al Media-Nut­zung wird in den nächs­ten Jah­ren noch etwas zunehmen.Bis 2020 wer­den in Deutsch­land 60,5% der Inter­net-Nut­zer und 49% der Bevöl­ke­rung min­des­tens ein­mal im Monat ein sozia­les Netz­werk nut­zen.

 

 

 

 

  1. Zu beob­ach­ten ist eine Ver­än­de­rung der Nut­zungs­ge­wohn­hei­ten

Auf Face­book neh­men die per­sön­li­chen Mel­dun­gen der Mit­glie­der ab. Statt­des­sen kämp­fen PR, Nach­rich­ten, Cat Con­tent, Videos, User Gene­ra­ted Con­tent und Spon­so­red Posts um ihren Platz im News­feed. Die per­sön­li­chen Nach­rich­ten ver­la­gern sich zuneh­mend in die Mes­sen­ger und sind nicht mehr ganz so öffent­li­ch. Die­sen Trend hat nun auch Face­book erkannt und mit einem Update des News­feed-Algo­rith­mus gegen­ge­steu­ert. Posts von Freun­den wer­den dem­nach  wie­der häu­fi­ger und pro­mi­nen­ter aus­ge­spielt.2  Mit­tel­fris­tig ist zudem eine Ver­än­de­rung unse­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­wohn­hei­ten abzu­se­hen, wenn soge­nann­te „Chat­bots“ (text­ba­sier­te Dia­log­sys­te­me) z.B. über Mes­sen­ger mit uns kom­mu­ni­zie­ren wer­den. Eine Gefahr für sowohl den End­nut­zer als auch Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen sind soge­nann­te Soci­al Bots, die in sozia­len Netz­wer­ken auto­ma­ti­siert und mas­sen­haft Ein­trä­ge gene­rie­ren kön­nen. Beson­ders bei poli­ti­schen Wahl­kämp­fen lässt sich so leicht ein Stim­mungs­bild pro­du­zie­ren, dass nicht der Rea­li­tät ent­spricht.3

  1. Gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen durch die Soci­al Media Nut­zung (Medi­en­kom­pe­tenz)

Das Indi­vi­du­um von heu­te, muss die Inhal­te der sozia­len Netz­wer­ke selbst fil­tern, ein­ord­nen und zusam­men­fas­sen kön­nen. Auf­grund der Zurück­drän­gung des jour­na­lis­ti­schen Fil­ters in sozia­len Netz­wer­ken (vgl. Schmidt, 2013) muss das Indi­vi­du­um des­halb eine viel grö­ße­re Eigen­leis­tung erbrin­gen als frü­her. (vgl. Wei­chert, 2011, S. 368). Beson­ders in Ver­bin­dung mit Soci­al Bots ist für den nor­ma­len Nut­zer nicht mehr ersicht­li­ch, wer die Gesprächs­part­ner im Soci­al Web eigent­li­ch sind und wel­che Moti­ve sie ver­fol­gen.

  1. Video is King! 

Beson­ders Video-Con­tent ist in den gro­ßen sozia­len Netz­wer­ken der Inhalt­s­typ, der auch in Zukunft die meis­te Auf­merk­sam­keit gene­rie­ren wird (vgl. O‘Reilly, 2016). Face­book, Youtube und Snap­chat kom­men pro Tag auf je ca. 10 Mil­li­ar­den Video­ab­ru­fe. Die größ­ten Video-Publis­her auf Face­book kom­men Bei­spiels­wei­se vor allem aus den Berei­chen Food, Enter­tain­ment und Sty­le & Beau­ty. Ein Bli­ck auf YouTube zeigt, dass vor allem „Per­so­nal Brands“ zu den Gewin­nern im Soci­al Web zäh­len. Die YouTuber mit der größ­ten Abon­nen­ten-Zahl kom­men aus den Berei­chen Games, Unter­hal­tung, Musik, Come­dy, sowie Sty­ling und Mode.4

facebook

Most Wat­ched Face­book Publis­hers (Sep­tem­ber 2016) http://tubularinsights.com/top-facebook-video-creators/

videoabrufe

New Media, Old Money? Web­vi­deo wird Main­stream. (Gugel, 2016) http://de.slideshare.net/digitalerfilm/new-media-old-money-webvideo-wird-mainstream

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wei­te­re span­nen­de Arti­kel über Soci­al Media & Con­tent Mar­ke­ting fin­det ihr auf:
www.ericspruth.de

Eric Spru­th
Soci­al Media & Con­tent Mar­ke­ting
Twit­ter: @Lonelybird

eric-spruth

 

Mein Name ist Eric Spru­th ich bin Soci­al Media ver­rückt, wis­sens­durs­tig und immer auf der Suche nach den neu­es­ten Trends. The­men die mich beson­ders inter­es­sie­ren sind: Soci­al Media und Con­tent Mar­ke­ting. Zur­zeit stu­die­re ich Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­nage­ment M.A. an der Ost­fa­lia Hoch­schu­le in Salz­git­ter.

 

 

 

 

 

 

Quel­len:

 1 https://www.facebook.com/bsfeed.magazin/
2 http://www.internetworld.de/social-media/facebook/back-to-the-roots-posts-freunden-im-facebook-newsfeed-wichtiger-1110458.html
3 http://www.zeit.de/digital/internet/2016–10/bundestagswahlkampf-2017-afd-social-bots
4 Ver­gleich YouTube-Abon­nen­ten von klas­si­schen TV-Sen­dern und Sen­dun­gen vs. orgi­nä­re Youtuber in Dt. (Gold­me­dia Stu­die im Auf­trag des ZDF) www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/40067306/1/data.pdf

Rau, Harald (2007): Qua­li­tät in einer Öko­no­mie der Publi­zis­tik. 1. Auf­la­ge. VS Ver­lag für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, Wies­ba­den
Schmidt, Jan-Hin­rik (2013): Das Inter­net und der neue Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit [YouTube-Video], ver­öf­fent­licht am 17.06.2013, online unter: https://www.youtube.com/watch?v=TYE2HDWsDMU (Abruf­da­tum: 20.10.2016)
Wei­chert, Ste­phan (2011): Der neue Jour­na­lis­mus in Publi­zis­tik (2011) 56:363–371
O’Reilly, Lara (2015): Pos­ting a pho­to is the worst way to get peop­le to see your Face­book posts. Online: http://www.businessinsider.com/facebook-photos-worst-for-organic-reach-socialbakers-video-text-2015–2?IR=T (Abruf­da­tum: 20.10.2016)